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 | Dr. Claas Triebel

Wie wir Entscheidungen treffen (sollten)

Bild Entscheidungen
Mehr Einfachheit durch gute Entscheidungen.

3 Entscheidungen pro Sekunde

Zuerst eine schlechte Nachricht: Erwachsene Menschen treffen jeden Tag ungefähr 20.000 Entscheidungen. Das ist schlimm. Denn: Nehmen wir mal an, wir schlafen acht Stunden, so sind das in unseren Wachstunden 1.250 Entscheidungen pro Stunde und über 20 Entscheidungen pro Minute. Ungefähr alle drei Sekunden eine Entscheidung. Eine niederschmetternde Frequenz. Wenn Menschen über alle 20.000 Entscheidungen lange nachdenken würden, wären wir nicht handlungsfähig.

Jetzt die gute Nachricht: Wir sind in der Lage einen Großteil unserer Entscheidungen quasi zu automatisieren. Wir entscheiden 20.000-mal am Tag. Aber nicht über jede Entscheidung müssen wir lange nachdenken. Über manche denken wir schnell nach - so schnell, dass wir es kaum merken. Über anderen Entscheidungen brüten wir lange. Die Frage, die sich daraus ergibt: Wie erkennen wir, welche Entscheidungen langes Nachdenken erfordern und welche schnell getroffen werden können?

Schnelles Denken - Langsames Denken

Der Psychologe und Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahnemann sagt uns zwei parallel existierende Denksysteme nach. Jeder Mensch, so Kahnemann, verfügt über ein System des Schnellen Denkens und über ein System des Langsamen Denkens.
Menschen denken meistens und am liebsten schnell und automatisiert. Das kann jeder ganz leicht bei sich selbst feststellen: Stellen Sie sich vor, was Sie alles tun und entscheiden wenn Sie Autofahren. Sie geben Gas, Sie blinken, Sie bremsen, Sie weichen Hindernissen aus - unzählige kleine Entscheidungen, die zum Teil enorm folgenschwer sind. Aber all diese kleinen Entscheidungen fallen Ihnen so leicht, dass Sie währenddessen ohne weiteres noch ein Hörbuch hören oder ein Gespräch führen können.
Wenn Sie während des Autofahrens jedoch mit einer komplizierten Rechenaufgabe konfrontiert werden. Sagen wir, Ihr Beifahrer bittet Sie, die Zahl 27 mit der Zahl 43 zu multiplizieren - dann werden Sie den Fuß ein wenig vom Gas nehmen. Vielleicht halten Sie sogar an. Oder Sie werden Ihrem Beifahrer sagen, dass Sie diese Aufgabe gar nicht ausrechnen möchten - weil Sie eben keine Lust haben langsam zu denken.

Nun ist die Aufgabe Auto zu fahren, nicht weniger kompliziert als die Multiplikation der Zahlen 27 und 43 - aber höchstwahrscheinlich gehören Sie zu der Mehrzahl von Menschen, die öfter mit dem Auto fahren als Kopfrechenaufgaben lösen. Höchstwahrscheinlich gehören Sie zu den Menschen, die lieber schnell als langsam denken.
Das lässt sich ganz einfach zeigen. Entscheiden Sie jetzt, ob Sie das Ergebnis der Aufgabe 43 mal 27 jetzt ausrechnen wollen oder ob Sie es in der Fußnote am Ende der Seite nachlesen möchten*.

Auch wenn Sie nun mit dem Gedanken spielen, das Ergebnis selbst auszurechnen, werden Sie feststellen, dass Sie gerade magisch von der Fußnote angezogen werden. Die Möglichkeit sich nicht mit dem langsamen Errechnen abmühen zu müssen, sondern schnell zu einem Ergebnis zu gelangen ist allzu verlockend. Vielleicht ärgern Sie sich sogar darüber, dass in diesem Text so eine lästige und kindische Aufgabe vorkommt und aus lauter Ärger zu langsamem Denken gedrängt zu werden, sehen sie die Lösung am Fuße der Seite nach. Wenn Sie nun allerdings dem Impuls schnell zu denken nachgegeben haben, sind Sie leider in eine Falle getappt. In der Fußnote steht das falsche Ergebnis: Das richtige Ergebnis lautet: 1.161.

Schnelles Denken - hilft uns, gut durch den Tag zu kommen. Ohne schnelles Denken können wir nicht überleben. Aber: Schnelles Denken führt uns auch aufs Glatteis. So lästig es ist - wir müssen uns immer wieder entschleunigen, langsam Denken, uns den Kopf zerbrechen, um zu guten Entscheidungen zu gelangen.

Wann schnell - wann langsam?

Was hilft uns die Unterscheidung in die beiden Kategorien, schnelles und langsames Denken?
Im Alltag widmen wir uns immer wieder auf die falsche Art und Weise unseren Entscheidungsproblemen. Hier gibt es ein Paradox: Wir meinen, dass wir unwichtige Entscheidungen durch schnelles Denken und wichtige Entscheidungen durch langsames Denken lösen sollten. Doch das ist nicht unbedingt richtig. Häufig handeln wir ganz anders. Denken Sie einmal nach: Haben Sie die wirklich wichtigen Entscheidungen in Ihrem Leben ganz und gar kognitiv und kopfgesteuert oder doch eher intuitiv und mit dem Bauch getroffen?

Vermutlich werden Sie eine Feststellung machen: Wichtige Entscheidungen wie Berufswahl, Heirat, Familiengründung, Hauskauf, Wohnort und weitere Dinge, die unser Leben bestimmen, treffen wir sehr intuitiv, möglicherweise sehr schnell. Und das ist sinnvoll und richtig so. Wenn Sie eine wichtige Entscheidung mit dem Kopf getroffen haben, merken Sie das ganz unmittelbar - Sie schlafen schlecht, sind schlecht gelaunt und nervös und entscheiden noch einmal anders als es Ihnen die wohlüberlegte Vernunft sagt. Dabei ist Ihre intuitive Entscheidung nicht unvernünftig. Sie beruht nur auf einem anderen Denksystem als die vernunftgesteuerte Entscheidung.

Sie bedienen sich im schnellen, intuitiven Denken einer Strategie, die der deutsche Psychologe Gerd Gierenzer „Heuristik“ nennt - komplexes Wissen, das man mit wachsender Erfahrung angehäuft hat und das häufig präzise darüber Auskunft geben kann, wie wir uns entscheiden sollten. Intuition hat dabei laut Gigerenzer im Wesentlichen mit folgenden Vorurteilen zu kämpfen:

  1. Intuition ist minderwertig, Nachdenken ist besser,
  2. komplizierten Problemen muss man mit einer komplizierten Lösung begegnen,
  3. je mehr Informationen ich habe, je mehr ich berechne und je mehr Zeit mir zur Verfügung steht - desto besser.

Gigerenzer vertritt den Standpunkt, dass man je komplexer eine Situation ist, umso mehr seinem Unbewussten vertrauen und auch abseits liegende Ideen zulassen und erst im zweiten Schritt Wirkzusammenhänge analysieren und daraus Prioritäten ableiten sollte. Gigerenzer plädiert somit dafür, den intuitiven Impuls (schnelles Denken) als Hinweisgeber für das weitere Vorgehen zu nutzen.

Wir erinnern uns: Schnelles Denken ist nicht irrational, nicht dumm, nicht simpel, sondern speist sich nur aus gewohnten Heuristiken für bekannte Probleme. Langsames Denken bedeutet das kritische Hinterfragen dieser Impulse, das Analysieren, Bewerten und Abwägen unterschiedlicher Optionen. Eine gute Entscheidung lässt sich treffen, in dem man langsames und schnelles Denken miteinander in Verbindung bringt. Unsere 20.000 Entscheidungen werden uns zum Verhängnis, wenn wir nicht darauf vertrauen, dass auch wichtige Entscheidungen schnell und intuitiv getroffen werden können. Welche Entscheidungen dabei in welchem Denksystem stattzufinden haben - das muss leider jeder selbst rausfinden. Und zwar mit dem Bauch - und nicht mit dem Kopf.

*Das Ergebnis lautet 1.141

Dr. Claas Triebel
Dr. Claas Triebel ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule für Angewandtes Management Erding, Autor zahlreicher Bücher und Gesellschafter des Beratungsunternehmens PerformPartner.

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